15.-16. August 2026
Hl. Antonius der Römer, Wundertäter von Nowgorod
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Der ehrwürdige Antonius der Römer, Wundertäter von Nowgorod, lebte am Ende des 11. und in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und wurde zu einem der bedeutenden Asketen des alten Nowgorod. Seiner Vita zufolge wurde er in Rom geboren, trat schon früh in das Mönchsleben ein und verließ, um sich ganz Gott zu weihen, das weltliche Leben und verteilte seinen Besitz unter den Armen.
Die Überlieferung berichtet von der wunderbaren Ankunft des ehrwürdigen Antonius in Nowgorod, wo er unter der geistlichen Führung des Bischofs Nikita stand und am Ufer des Wolchow den Grund zu einem Klosterleben legte. Im Jahr 1117 wurde, wie die Erste Nowgoroder Chronik bezeugt, im Kloster der Grundstein für die steinerne Kathedrale der Geburt der Allerheiligsten Gottesmutter gelegt, die zwei Jahre später, im Jahr 1119, geweiht wurde. So entstand das Antonius-Kloster, das über viele Jahrhunderte zu einem der geistlichen Zentren Nowgorods wurde; Antonius selbst war sein erster Abt und geistlicher Vater der Bruderschaft.
Das Leben des Heiligen erinnert uns daran, dass sich der Glaube nicht nur in Worten zeigt, sondern vor allem in der Entschlossenheit, alles zurückzulassen, was den Menschen von Gott entfernt, und täglich um das Heil der Seele zu ringen. Demut, Gebet, Barmherzigkeit und die Sorge um die Brüder waren für den ehrwürdigen Antonius keine abstrakten Tugenden, sondern das Fundament seines ganzen Lebens.
Nach dem Tod des Heiligen lebte sein geistliches Erbe in dem von ihm gegründeten Kloster fort, und die Verehrung des ehrwürdigen Antonius hat sich im Nowgoroder Land bis in unsere Tage erhalten. Besonders kostbar ist für einen orthodoxen Christen das Beispiel dieses Heiligen, der aus dem fernen Rom kam, seine Berufung auf dem russischen Land fand und sein weiteres Leben ganz der Kirche und dem Heil der Menschen widmete.
Das Gedächtnis des ehrwürdigen Antonius des Römers ruft auch uns dazu auf, Gottes Vorsehung im Glauben anzunehmen, Christus treu zu bleiben und, dem Beispiel des Heiligen folgend, der Kirche und den Nächsten durch Gebet, Liebe und gute Werke zu dienen.

18.-19. Juli 2026
Patroziniumfest in Konstanz
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Beginn des Akathistos an den heiligen seligen Prokopij von Ustjug, den Wundertäter
Kondakion 1
Auserwählter und wunderbarer Diener Gottes, herrlich in deinem Leben und in deinen Wundern, heiliger seliger Prokopius, voll Liebe preisen wir dich mit geistlichen Liedern als unseren himmlischen Fürsprecher und bitten dich inständig:
Da du Freimut vor dem Herrn besitzt, befreie uns durch deine Gebete von allen Nöten, damit wir dir zurufen:
Freue dich, heiliger seliger Prokopius, großer und ruhmreicher Wundertäter!
Ikos 1
Du warst ein Engel im Fleische, heiliger Prokopius, als du auf Erden als Narr um Christi willen erschienest, damit du vor den Menschen die Heiligkeit deines Lebens verbärgest; indem du aber jede Schmach auf dich nahmst, wurdest du gewürdigt, die ewige Herrlichkeit im Himmel zu erlangen. Darum preisen wir dich mit diesen Lobesrufen:
Freue dich, der du durch Gottes Vorsehung aus dem Lande deiner Heimat um des Heiles willen in das russische Land geführt wurdest.
Freue dich, der du durch Seine Fürsorge vom irdischen Handel zum geistlichen Handel bekehrt wurdest.
Freue dich, der du in Groß-Nowgorod durch das Licht des orthodoxen Glaubens erleuchtet wurdest.
Freue dich, der du den Irrtum der häretischen Andersgläubigkeit weit von dir gewiesen hast.
Freue dich, der du im Kloster Chutyn die christliche Frömmigkeit wohl erlerntest.
Freue dich, der du durch die Unterweisung eines geistlichen Altvaters fest im orthodoxen Glauben gegründet wurdest.
Freue dich, der du deinen irdischen Reichtum für den Tempel Gottes und für die Armen verwendetest.
Freue dich, der du die freiwillige Armut erwähltest.
Freue dich, der du arm und als Fremdling nach Groß-Ustjug kamst.
Freue dich, der du dort das Leben eines Narren um Christi willen führtest.
Freue dich, der du von Unverständigen verspottet, verhöhnt und geschlagen wurdest wie ein Narr.
Freue dich, der du durch große Geduld und vollkommene Demut deine Seele für den geistlichen Kampf bereitetest.
Freue dich, heiliger seliger Prokopius, großer und ruhmreicher Wundertäter!
7. Juni 2026
Aller Heiligen
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Zum Fest der Synaxis aller Heiligen
Troparion, Ton 4
Deine Kirche, o Christus Gott, ist auf der ganzen Welt durch das Blut Deiner Märtyrer wie mit Purpur und feinem Linnen geschmückt. Durch sie ruft sie zu Dir: Sende Deinem Volk Dein Erbarmen herab, schenke Deiner Gemeinschaft Frieden und unseren Seelen Deine große Barmherzigkeit.
Kondakion, Ton 8
Als Erstlingsfrucht der Schöpfung bringt Dir, o Herr, dem Pflanzer aller Geschöpfe, das gesamte Erdkreis die gotttragenden Märtyrer dar. Auf ihre Fürbitten hin bewahre Deine Kirche und Dein Volk in tiefem Frieden, durch die Gottesgebärerin, o Vielerbarmender.
Gebet
O allerseligste Wohlgefällige Gottes, ihr alle Heiligen, die ihr vor dem Thron der Allerheiligsten Dreifaltigkeit steht und die unaussprechliche Seligkeit genießt! Heute, am Tag eures gemeinsamen Festes, blickt gnädig auf uns, eure geringeren Brüder und Schwestern, die wir euch diesen Lobgesang darbringen und durch eure Fürsprache vom allgütigen Herrn Barmherzigkeit und Vergebung unserer Sünden erbitten. Denn wir wissen, dass ihr von Ihm alles erbitten könnt, was ihr nur wollt. Darum bitten wir euch in Demut: Fleht den barmherzigen Herrscher an, dass Er uns den Geist eures Eifers zur Bewahrung Seiner heiligen Gebote schenke, damit wir, euren Fußspuren folgend, den irdischen Lauf unseres Lebens in Tugend und ohne Makel vollenden und durch die Buße die herrlichen Wohnungen des Paradieses erreichen mögen. Dort wollen wir gemeinsam mit euch den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist verherrlichen, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Lobpreis-Hymnus (Megalynarion)
Wir preisen euch, / ihr Apostel, Märtyrer und Propheten und alle Heiligen, / und wir ehren euer heiliges Gedächtnis, / denn ihr bittet für uns // Christus, unseren Gott.
24. Mai 2026
Heilige Apostelgleiche Kyrill und Methodius
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Heute verherrlicht die Kirche die heiligen apostelgleichen Brüder Kyrill und Methodius, die Lehrer der Slawen. Für uns ist dies nicht nur das Gedenken an zwei große Verkünder des 9. Jahrhunderts. Es ist die Erinnerung daran, wie Gott durch das Wort, durch die Kultur, durch menschliche Arbeit und Treue in die Geschichte der Völker eintritt.
Die heiligen Brüder wurden in der Stadt Thessaloniki geboren, wo Griechen und Slawen nebeneinander lebten. Von Kindheit an hörten sie die slawische Sprache und lernten, nicht nur die Sprache, sondern auch die Seele der Slawen zu verstehen. Und als die Kirche sie zum Verkünden des Evangeliums berief, verlangten sie von den Slawen nicht, dass diese zuerst Griechen oder Lateiner werden sollten, sondern verkündeten das Evangelium in einer den Menschen verständlichen Sprache. Und das war wahrhaftig eine apostolische Heldentat.
Der heilige Kyrill schuf das slawische Alphabet, und gemeinsam mit seinem Bruder Methodius übersetzten sie die Heilige Schrift und die Gottesdienste in eine Sprache, die wir heute als Altslawisch, Altbulgarisch oder, im kirchlichen Sprachgebrauch, als Kirchenslawisch bezeichnen und bis heute verwenden! Sie haben gezeigt, dass jedes Volk Gott in seiner eigenen Sprache preisen kann. Nicht nur drei Sprachen – Hebräisch, Griechisch und Latein – sind des Gebets würdig. Jedes menschliche Herz ist fähig, die Frohe Botschaft anzunehmen, und jede Sprache wird durch die Wahrheit des Evangeliums geheiligt.
Und darin liegt für uns, die wir in Deutschland leben, eine besondere Stärkung unseres Geistes. Nicht selten fühlt sich ein Mensch, der sich in der Fremde befindet, in einer anderen Sprachumgebung als Fremder. Doch das Wirken der apostelgleichen Kyrill und Methodius sagt uns: Auch in anderen Sprachen kommt Christus zum Menschen nicht als zu einem Teil einer gesichtslosen Masse, sondern als zu einer Persönlichkeit — mit ihrer eigenen Sprache, ihrer eigenen Erinnerung und ihrer eigenen Kultur.
Das Schicksal des heiligen Methodius war eng mit den deutschen Ländern verbunden. Nach dem Tod Kyrills setzte der heilige Methodius die Mission unter den Slawen in Großmähren fort. Doch seine Tätigkeit rief den Widerstand des deutschen Klerus hervor, der der Ansicht war, dass der Gottesdienst nur in lateinischer Sprache gefeiert werden dürfe und die slawische Sprache als barbarisch betrachtete. Wegen seiner Predigt und der Feier der Gottesdienste in slawischer Sprache wurde Methodius gefangen genommen, verurteilt und hier bei uns auf der Insel Reichenau im Bodensee im Kloster gefangen gehalten (870–873).
Denken wir nur einmal darüber nach: Der heilige Missionar der Slawen litt genau hier, ganz in unserer Nähe – auf der Insel, die viele von uns so oft besuchen. Hier, auf der Reichenau, ganz in unserer Nähe, litt der Mann, dem die slawischen Völker die Schrift und den Gottesdienst in ihrer Muttersprache verdanken.
Die Insel Reichenau – heute ein ruhiger und schöner Ort, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört – bewahrt nicht nur die Erinnerung an die deutsche Klosterkultur, sondern auch an die Leiden eines orthodoxen Predigers, der das Recht des Volkes verteidigte, in seiner Muttersprache zu beten.
Für die Einwohner von Konstanz dürfte diese Geschichte besonders nah sein. Wir leben an jenem See, an dem der heilige Methodius Demütigung, Einsamkeit und Ungerechtigkeit erdulden musste. Doch was erstaunlich ist: Nach seiner Inhaftierung wurde er nicht verbittert. Er suchte keine Rache. Er gab auch seine Berufung als Verkünder und Apostel der Slawen nicht auf. Auf Beschluss des neuen Papstes Johannes VIII. (Papst seit 872) freigelassen, kehrte er wieder zur Predigt unter den Slawen zurück und setzte die Übersetzung der Heiligen Schrift fort.
Darin liegt die große Kraft des Christentums. Nicht verbittert auf den Feind zu reagieren, sondern der evangelischen Wahrheit und Liebe treu zu bleiben.
Heute erlebt Europa erneut eine Zeit innerer Spaltungen: sprachlicher, kultureller und politischer Art. Den Menschen wird wieder gesagt, sie müssten einander fürchten, und so verschließen sie sich wieder in ihren eigenen Welten. Deshalb sind die Heiligen Kyrill und Methodius besonders aktuell. Sie erinnern uns daran, dass das Christentum Kulturen nicht zerstört, sondern verwandelt; dass es Völker nicht trennt, sondern verbindet.
Die heiligen Brüder wurden zu einer Brücke zwischen Ost und West, zwischen Byzanz und Europa, zwischen der griechischen und der lateinischen Welt sowie den slawischen Völkern. Und vielleicht ist dies gerade hier, an den Ufern des Bodensees, besonders deutlich zu spüren: Wir leben an einem Schnittpunkt von Ländern und Traditionen.
Lasst uns daher zu den Heiligen Kyrill und Methodius beten, sowohl in slawischer als auch in deutscher Sprache: dass sie uns lehren, den Glauben ohne Hass zu bewahren, das Eigene zu lieben, ohne das Fremde zu verachten, und von Christus so Zeugnis abzulegen, dass die Menschen nicht eine fremde, kalte Stimme hören, sondern das lebendige Wort der Liebe.
Heilige apostelgleiche Kyrill und Methodius, bittet Gott für uns!


12. April 2026
Das Hochfest der Auferstehung
unseres Herrn und Gottes und Erlösers
Jesus Christus
Christus ist auferstanden!
- Er ist wahrhaftig auferstanden!
